Die Hundesteuer musste in ihrer Geschichte schon einige leere Kassen füllen. So wird diese Steuer von vielen Bürgern als ungerecht angesehen. Nun hat Siedenbrünzow gehandelt.

Siedenbrünzow – Als erste Gemeinde im Amt Demminer Land hat Siedenbrünzow die Hundesteuer abgeschafft. Das wurde auf einer Gemeinderatsversammlung Ende August beschlossen. Die Gründe für das Aus sind vielschichtig. Bis zu 1400 Euro nahm die Gemeinde mit der Hundesteuer ein.

Viele haben ihre Hunde nicht angemeldet

Doch kostendeckend war das laut Bürgermeister Dirk Bruhn (Die Linke) nicht, unter anderem deshalb, weil viele ihre Hunde nicht angemeldet haben. Hätte man zur Überprüfung der Zahlung der Hundesteuer eine Firma beauftragt, so schätzt Bruhn, hätte man die Hundesteuer um das Dreifache erhöhen müssen, damit die Kosten gedeckt sind. Aber auch die Maßnahme hätte kaum Geld in die Gemeindekasse gespült. […]

Hunde verursachen keine Kosten für Gemeinde

[…] Bereits vor Siedenbrünzow haben einzelne Kommunen diese Steuer abgeschafft, wie die Kleinstadt Hörstel in Nordrhein-Westfalen. Die Hundesteuer zur Aufbesserung der Gemeindekasse oder zur Zahlung anderer Ausgaben wird vom Bürgermeister abgelehnt.

Seiner Meinung nach sollten mit so einer Steuer nur Kosten bezahlt werden, die von Hunden auch verursacht werden. „Weil aber bei uns kein Hundekot zu beseitigen ist, müssen wir auch keinen Gemeindearbeiter damit beschäftigen. Da wir somit keine Unkosten haben, sehe ich auch keine Rechtfertigung für eine Hundesteuer“, erklärt Dirk Bruhn. Zugleich erinnert der Bürgermeister daran, dass viele Hunde eine soziale Aufgabe erfüllen. […]

Hunde leisten Beitrag zur Gemeinde

„Das sieht man besonders bei älteren Menschen, wenn deren Lebenspartner gestorben ist. Statt in der Wohnung zu sitzen, ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben. Da kann der Hund eine große Hilfe sein, weil man ja mit ihm regelmäßig Gassi gehen muss. Bewegung und frische Luft tut jedem Menschen gut. So wird auch unser Gesundheitssystem entlastet. Daher halte ich es für falsch, hier eine Steuer zu erheben“, verteidigt Dirk Bruhn die Abschaffung der Hundesteuer. […]

Quelle: Nordkurier